Leben auf Mallorca

Auswandern nach Mallorca: Was Sie vor dem Umzug wissen sollten

Leben auf Mallorca jenseits des Urlaubs: Wohngegenden, Alltag, Anmeldung für EU-Bürger, Krankenversicherung, Steuern und Tipps vor dem Umzug. Ratgeber aus Portocolom.

Auswandern nach Mallorca: Was Sie vor dem Umzug wissen sollten
In diesem Artikel

Das ganze Jahr auf Mallorca zu leben, ist etwas ganz anderes als hier Urlaub zu machen. Es gibt mildes Klima, gute Flugverbindungen nach Deutschland und ein Dorfleben, das weitergeht, wenn die Touristen abreisen – aber auch Formalitäten, Kosten und einen eigenen Rhythmus, den man vor dem Umzug kennen sollte. Wir erzählen Ihnen davon aus Portocolom im Südosten der Insel, wo wir leben und arbeiten.

Wie es sich auf Mallorca lebt – jenseits des Sommers

Der Sommer ist die intensive Zeit: mehr Menschen, mehr Verkehr, mehr Betrieb an der Küste. Frühling und Herbst sind für viele Residenten die schönsten Jahreszeiten: angenehme Temperaturen, im Frühherbst noch warmes Meer und Dörfer im gewohnten Rhythmus.

Der Winter ist ruhig und mild. In sehr touristischen Orten schließen viele Hotels und Restaurants, während Orte mit fester Bevölkerung ihre Geschäfte, Dienstleistungen und ihr soziales Leben behalten. Dieser Unterschied ist entscheidend bei der Wahl des Wohnorts.

Wo leben: Küste, Dorf oder Land?

Die Insel bietet sehr unterschiedliche Lebensformen – oft nur wenige Kilometer voneinander entfernt:

  • Küstenorte mit ganzjährigem Leben wie Portocolom oder Porto Cristo: Meer, Hafen und Nachbarn an zwölf Monaten im Jahr.
  • Orte im Inselinneren wie Felanitx, Santanyí oder Campos: Versorgung, Wochenmärkte und echtes mallorquinisches Leben, nur eine kurze Fahrt von den Buchten entfernt.
  • Landhäuser und Fincas: Ruhe und Platz, dafür ist man aufs Auto angewiesen und sollte die rechtliche Situation der Bauten genau prüfen.
  • Ferienanlagen und touristische Orte: in der Saison bequem, im Winter jedoch sehr still.

Einen Vergleich der wichtigsten Orte im Südosten finden Sie in unserem Ratgeber Wo kaufen im Südosten Mallorcas?

Alltag im Südosten Mallorcas

Was Zugezogene am meisten schätzen, ist der Alltag: der Kaffee am Hafen, der Sonntagsmarkt in Felanitx oder der Markt am Mittwoch und Samstag in Santanyí, ein Bad in einer ruhigen Bucht im Oktober oder eine Wander- oder Radtour auf Landwegen.

Die Küche lebt von regionalen Produkten: Fisch, Olivenöl, Sobrasada, Inselwein und saisonale mallorquinische Gerichte. Jeder Ort feiert seine Patronatsfeste; in Portocolom etwa füllen die Feste der Mare de Déu del Carme im Juli den Hafen.

Ideen für die ersten Wochen finden Sie in unserem Artikel Sehenswürdigkeiten im Südosten Mallorcas.

Formalitäten für EU-Bürger

Für EU-Bürger ist der Umzug nach Mallorca unkompliziert, einige Schritte sollte man aber nicht vergessen:

  1. Anmeldung als Resident: Wer länger als drei Monate in Spanien lebt, muss sich im Zentralregister für Ausländer eintragen und erhält die Registrierungsbescheinigung für EU-Bürger.
  2. Empadronamiento: die Anmeldung im Einwohnerregister der Gemeinde. Sie wird für viele Behördengänge verlangt.
  3. Krankenversicherung: Rentner aus Deutschland erhalten mit dem Formular S1 Zugang zum spanischen öffentlichen Gesundheitssystem. In anderen Fällen hängt es von der beruflichen Situation oder einer privaten Versicherung ab.
  4. Steuerliche Ansässigkeit: Wer mehr als 183 Tage im Jahr in Spanien verbringt, wird in der Regel hier steuerlich ansässig. Planen Sie das mit einem Steuerberater und berücksichtigen Sie das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Spanien.

Für Nicht-EU-Bürger gelten Visa- und Aufenthaltsregeln. Informieren Sie sich vor dem Umzug beim spanischen Konsulat.

Was Sie vor dem Umzug wissen sollten

  • Ein Auto ist fast unverzichtbar außerhalb von Palma. Es gibt öffentliche Verkehrsmittel, auf dem Land aber mit begrenzten Takten.
  • Sprachen: Amtssprachen sind Spanisch und Katalanisch (Mallorquinisch). Im Südosten gibt es eine gewachsene deutsche Gemeinschaft, doch etwas Spanisch erleichtert den Alltag enorm.
  • Lebenshaltungskosten: Wohnen ist der größte Posten. Manche Dienstleistungen sind in der Hochsaison, vor allem in touristischen Orten, teurer.
  • Verbindungen: Vom Flughafen Palma gibt es Direktflüge in viele deutsche Städte, im Winter allerdings seltener.
  • Vorher testen: Eine Zeit im Winter in der Wunschgegend zu verbringen, ist der beste Weg herauszufinden, ob sie zu Ihnen passt.

Vor- und Nachteile des Lebens auf Mallorca

Was besonders geschätzt wird

  • Mildes Klima und Leben im Freien fast das ganze Jahr.
  • Natur, Meer und charaktervolle Orte auf kurzen Wegen.
  • Gute Flugverbindungen nach Deutschland.
  • Internationale Gemeinschaft und zugleich authentisches Dorfleben.

Was man bedenken sollte

  • Hohe Immobilienpreise im Vergleich zum spanischen Festland.
  • Starke Saisonalität in manchen Küstenorten.
  • Abhängigkeit vom Auto außerhalb der größeren Orte.
  • Behördengänge, die vor allem am Anfang Geduld erfordern.

Wenn Sie kaufen möchten, um sich hier niederzulassen, hilft Ihnen unser Ratgeber Haus kaufen auf Mallorca als Ausländer.

Häufige Fragen

Kann man das ganze Jahr auf Mallorca leben?

Ja. Viele Orte sind das ganze Jahr belebt. Entscheidend ist, einen Ort mit fester Bevölkerung zu wählen und nicht nur eine Ferienanlage.

Welche Gegend im Südosten ist am ruhigsten?

Orte im Inselinneren und Landhäuser sind am ruhigsten. An der Küste behält Portocolom das ganze Jahr seinen dörflichen Charakter.

Muss ich Spanisch sprechen, um auf Mallorca zu leben?

Nicht zwingend, vor allem in Gegenden mit internationaler Gemeinschaft. Etwas Spanisch erleichtert aber Behördengänge und die Integration sehr.

Wann werde ich in Spanien steuerlich ansässig?

In der Regel, wenn Sie mehr als 183 Tage im Jahr in Spanien verbringen oder hier der Mittelpunkt Ihrer wirtschaftlichen Interessen liegt. Sprechen Sie vor dem Umzug mit einem Steuerberater.